25.–27. Sept. 2024
Universität Trier
Europe/Berlin Zeitzone

Implizite Verhältnisbestimmungen von Schule als Berufsfeld und Hochschule in der Lehrer*innenbildung durch Akteur*innen in Studienseminaren (ZfsL)

Nicht eingeplant
35m
Einzelbeitrag Gesamtprogramm Session: Lehrende in der Zweiten Phase

Sprecher

Frau Kathrin te Poel

Beschreibung

Vor allem mit der Einführung des Praxissemesters in mehreren Bundesländern wurde das Nacheinander der ersten und zweiten Phase in der Lehrer:innenbildung (Studium und Referendariat) ,aufgeweicht’. In der Konsequenz wurde eine Verständigung der lehrer:innenbildenden Akteur:innen der ersten und zweiten Phase (Seminarleitungen und Dozierende an Hochschulen) über die in Teilen gemeinsame bzw. parallele Ausgestaltung des Praxissemesters verstärkt notwendig (vgl. Heinrich & Klewin 2017).
Zugleich sind im Zuge der Einführung der verlängerten Praxisphasen während des Studiums wissenschaftliche Diskurse darüber entfacht, wie und ob diese vermehrte Praxiserfahrung im Studium zur Professionalisierung der angehenden Lehrpersonen beitragen kann (vgl. bspw. Wenzl et al. 2018) und wie die zwei Felder Schule als Berufsfeld und Hochschule zu relationieren sind. So spricht bspw. Leonhard (2020) diesbezüglich von „zwei Praxen“. Weitere Begriffspaare bringen diese Relation zum Ausdruck aber akzentuieren und transportieren dabei nach Rothland (2022) etwas je Unterschiedliches, wie Wissen und Handeln (Neuweg, 2013) oder Wissenschaft und Praxis (Oestreicher & Unterkofler, 2014).
Im Fokus dieses Beitrages steht die Frage, welche Relationierung zwischen den beiden Feldern Schule als Berufsfeld und Hochschule Lehrerbildner:innen vornehmen, die primär in der zweiten Phase der Lehrer:innenbildung tätig sind, sich im Zuge des Praxissemesters aber unmittelbar mit den Akteur:innen der Hochschulen verständigen müssen. Um die Forschungsfrage zu beantworten werden Sequenzen aus protokollierten Leitfadeninterviews mit Akteur:innen der Zentren für schulpraktische Lehrer:innenbildung bzw. der Studienseminare mit der Methode der objektiven Hermeneutik (Wernet, 2009) rekonstruiert. Erste Ergebnisse lassen Tendenzen einer latenten eher hierarchischen Relationierung zugunsten der schulischen Praxis und Abwertungstendenzen gegenüber der Hochschule als Feld der Lehrer:innenbildung erkennen (vgl. Heinrich & te Poel, 2020). Mögliche Konsequenzen für die Lehrer:innenbildung werden diskutiert.

Literatur

Heinrich, M. & Klewin, G. (2017). Governanceanalytische Rahmung zum bildungspolitischen Programm „Forschendes Lernen im Praxissemester“. In N. Ukley & B. Gröben (Hrsg.), Forschendes Lernen im Praxissemester. Begründungen, Befunde und Beispiele aus dem Fach Sport (S. 3-25). Wiesbaden: Springer.
Heinrich, M. & te Poel, K. (2020): Lehrerbildung zwischen ‚Theorie-Praxis-Relationierung‘, ‚Imagerie‘ und Abgrenzungstendenzen? Die ‚Theorie-Praxis-Beziehung‘ aus der Perspektive von Akteur:innen der Studienseminare. heiEDUCATION-Journal Nr. 6, S. 45-68.
Leonhard, T. (2020). Lernen in zwei Praxen. In HLZ 3(2), S. 14-28.
Neuweg, H.-G. (2013). Lehrerinnen- und Lehrerbildung durch Wissenschaft: Zur Vielschichtigkeit einer zeitgenössischen Eignungsformel. Beiträge zur Lehrerbildung 31, S. 301-309.
Oestreicher, E. & Unterkofler, U. (2014). Einleitung: Nicht mit dir und nicht ohne dich? Theorie-Praxis-Bezüge als Herausforderung für Wissenschaft und Praxis. In E. Oestreicher & U. Unterkofler (Hrsg.), Theorie-Praxis-Bezüge in professionellen Feldern (S. 7-20). Budrich.
Rothland, M. (2022). Disziplin oder Profession: Was ist Schulpädagogik? Springer.
Wenzl, T., Wernet, A. & Kollmer, I. (2017). Praxisparolen. Dekonstruktionen zum Praxiswunsch von Lehramtsstudierenden. Wiesbaden: Springer.
Wernet, A. (2009). Einführung in die Interpretationstechnik der Objektiven Hermeneutik. Springer.

Hauptautor

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